Afrin: Sofortige humanitäre Hilfe für die fliehende Bevölkerung

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Presseerklärung, Berlin, 21. März 2018

Anlässlich der Besetzung Afrins im Norden Syriens durch die Türkei erklärt Achim Kessler, hessischer Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE:

„In einem Telefonat mit dem Wiesbadener Arzt Michael Wilk, der sich gerade in der Region aufhält, habe ich erfahren, welch unvorstellbares Ausmaß die humanitäre Katastrophe in der nordsyrischen Stadt Afrin und dem gleichnamigen Bezirk hat.

Nach der türkischen Invasion sind über eine halbe Million Menschen auf der Flucht. Sie campieren im Freien, es fehlt an allem. Verletzte können nicht medizinisch versorgt werden, Wasser und Lebensmittel werden knapp. Alleine in der Stadt Afrin sind über 500 Tote zu beklagen, wie viele noch unter den Trümmern verschüttet sind, ist unklar.

Die humanitären Bedürfnisse dieser Menschen finden bislang kein Gehör, weder bei der Bundesregierung noch bei anderen internationalen Akteuren. Nachdem türkische Truppen und verbündete islamistische Verbände das kurdische Afrin besetzt haben, wurden mit deutschen Panzern schätzungsweise 200.000 Menschen aus der Stadt vertrieben. Es ist unerklärlich, dass selbst jetzt noch die Bundesregierung zu dem völkerrechtswidrigen Treiben ihres NATO-Partners schweigt. Die Bundesregierung hat weder die Türkei als Aggressor verurteilt, noch hat sie sich entschieden für einen Waffenstillstand eingesetzt. Stattdessen hat sie die Warnungen der kurdischen Selbstverwaltung vor einem drohenden Genozid ignoriert und auch den Appellen der Hilfsorganisationen keine Beachtung geschenkt.

Es muss jetzt umfangreiche Hilfe geleistet werden. Die Bundesregierung muss die notwendigen Gelder und erforderliche Logistik bereitstellen, damit UNHCR und Internationales Rotes Kreuz die drohende humanitäre Katastrophe verhindern können.“

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