Gesundheit ist ein Menschenrecht!

Für einen diskriminierungsfreien Zugang zu gesundheitlicher Versorgung! Gesundheit ist ein Menschenrecht!“ – Unter diesem Motto stand eine Kundgebung am Dienstag, dem 20. März 2018 vor dem Brandenburger Tor, zu der zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen aufgerufen hatten, unter anderen Amnesty International, medico international, Gesundheit Berlin-Brandenburg und Ärzte der Welt.

Deutschland rühmt sich seines guten Gesundheitssystems, dennoch stehen Schätzungen zufolge zwischen 80.000 und mehreren Hunderttausend Menschen außerhalb unseres Krankenversicherungssystems:  Menschen, die sich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ihre Krankenversicherung nicht mehr leisten können. Wohnungslose Menschen, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Menschen ohne Papiere, geflüchtete und asylsuchende Menschen, die keinen Anspruch auf ausreichende Krankenversicherung in Deutschland haben.

Es ist eine Schande für ein reiches Land wie Deutschland, dass Menschen aufgrund ihres rechtlichen Status oder ihrer sozialen Situation keine bedarfsgerechte gesundheitliche Versorgung erhalten. Die Barrieren sind vielfältig: Leistungen werden auf die Behandlung akuter Erkrankungen, Schmerzzustände und die Versorgung bei Schwangerschaft beschränkt. Chronische Erkrankungen sind dabei nicht abgedeckt, obwohl gerade hier eine kontinuierliche medizinische Versorgung wichtig ist. Oft wird Hilfe nicht oder zu spät in Anspruch genommen – aus Angst vor hohen Kosten, durch unzureichende Information, Sprachbarrieren, Angst vor einer Meldung bei der Ausländerbehörde und aus Scham.

Allen Menschen, die sich für eine würdevolle, medizinische und soziale Versorgung benachteiligter und ausgegrenzter Menschen einsetzen, gebührt mein größter Respekt! Wir können uns nicht darauf ausruhen, dass Hilfsorganisationen die Arbeit übernehmen. Die Versorgung darf nicht von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit abhängen!

Ich fordere daher: Ein Zugang zu notwendiger und sinnvoller gesundheitlicher Versorgung muss allen offen stehen – das ist eine Frage der Menschenrechte.  Es müssen bundesweit einheitliche Lösungen für einen diskrimierungsfreien Zugang zu Gesundheitsleistungen erarbeitet und umgesetzt werden. Die LINKE unterstützt die Gesundheitskarte für Asylsuchende.  Grundsätzlich müssen tragfähige Lösungen zur Finanzierung der Versorgung für alle erarbeitet werden. Eine gerechte Gesellschaft misst sich an der Solidarität mit den Schwächsten.

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