HIV-Selbsttest: Ein Meilenstein für die Prävention

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Pressemitteilung, Berlin, 8. Juni 2018

„Ich begrüße den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, HIV-Selbsttests nun auch für Privatpersonen zugänglich zu machen. Der HIV-Selbsttest ist eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zu den bisherigen Testmöglichkeiten und wird dazu beitragen, dass mehr Menschen möglichst früh von ihrer HIV-Infektion erfahren und eine notwendige Therapie in Anspruch nehmen können.“, so Achim Kessler, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Gesundheitsausschuss.

Achim Kessler weiter: „Damit wird eine langjährige Forderung der HIV-Selbsthilfe erfüllt. Es muss sichergestellt werden, dass der HIV-Selbsttest auch für jeden, unabhängig vom Geldbeutel, zugänglich wird. Ein weiterer wichtiger Schritt in der HIV-Prävention ist der Zugang zur HIV-Prophylaxe PrEP. Hier sieht DIE LINKE Handlungsbedarf. Ziel muss sein, die PrEP  allen Menschen verfügbar zu machen, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Sie muss in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden.“

2 Antworten
  1. ThomasBringer says:

    Meilenstein?
    Leider sind diese Tests nicht sicher und nur eingeschränkt verwertbar.Das verschweigen die Hersteller.Vorsicht,das hat alles einen merkantilen Aspekt. Die Beurteilung durch Fachpersonal, die Bestätigung durch Westernblot und die genaue Anamnese zum Infektionszeitpunkt sind eigentlich unabdingbar. Die Betroffenen wiegen sich in unter Umständen in falscher Sicherheit. Eine grosse Errungenschaft zur Erhaltung der Volksgesundheit sind diese Tests sicher nicht. Da gehen viele der Medizinprodukteindustrie auf den Leim. Im übrigen gibts solche Tests schon länger.

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    • Achim Kessler says:

      Sehr geehrter Herr Bringer,

      vielen Dank für Ihren Kommentar zu meiner Presseerklärung. Die HIV-Heimtests haben sich inzwischen weiterentwickelt. Mittlerweile steht ein Test mit hoher Zuverlässigkeit zur Verfügung, der eigens für die Anwendung durch medizinische Laien entwickelt wurde. Dieser hat eine Empfindlichkeit von 99,8 bis 100 Prozent und eine Genauigkeit von 99,5 bis 99,8 Prozent. Dieser Test ist in einigen europäischen Ländern bereits auf dem Markt. Der Heimtest erleichtert manchen Menschen den Schritt, überhaupt einen HIV-Test zu machen. Er erreicht insbesondere Menschen, die sich noch nie oder schon lange nicht mehr auf HIV haben testen lassen.

      Ihr Kritikpunkt der fehlenden Beratung ist natürlich völlig richtig. Es fehlt die Beratung, die man in der Arztpraxis oder Teststelle erhält. Wer einen HIV-Test durchführt, sollte grundsätzlich wissen:

      * dass ein HIV-Selbsttest erst drei Monate nach dem letzten Risiko ein zuverlässiges Ergebnis liefert.
      * Dass ein HIV-positives Testergebnis durch einen weiteren Test mit einem anderen Verfahren überprüft werden muss, da HIV-Tests manchmal falsch positive Ergebnisse hervorbringen.

      Entsprechende Informationen und Beratungsangebote müssen natürlich in der Packungsbeilage und begleitender Online-Kommunikation bereitgestellt werden.

      Die Legalisierung der Heimtests, also der Verkauf an Privatpersonen ist als Ergänzung zu den bestehenden Beratungs- und Testangeboten ein Meilenstein in der Präventionsarbeit im Kampf gegen HIV und Aids, weil sie ein niedrigschwelliges zusätzliches Angebot darstellt.

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