Ärmere Länder brauchen endlich eine funktionierende Basisgesundheitsversorgung!

Zur von der EU-Kommission ausgerichteten Geberkonferenz zur Finanzierung der Forschung und Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffes erklärt Dr. Achim Kessler, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag und stellvertretendes Mitglied im Unterausschuss Globale Gesundheit:

„Ich begrüße die Initiative der Weltgesundheitsorganisation WHO, der EU und verschiedener Staaten zur Entwicklung, Produktion und Verteilung eines Impfstoffes gegen die Erkrankung COVID-19. Ich erwarte, dass der deutsche Beitrag weit über die von Bundeskanzlerin Merkel zugesicherte politische Unterstützung hinausgeht und zu einem großen Teil die Deckungslücke von acht Milliarden Euro schließen hilft.“

Kessler weiter: „Klar muss aber sein, dass es nicht bei dieser Initiative Deutschlands und der internationalen Staatengemeinschaft bleiben darf. Vielmehr ist es notwendig, die gerechte Verteilung eines möglichen Impfstoffes weltweit zu garantieren und vor allem endlich den Aufbau von effektiven öffentlichen Gesundheitssystemen in den armen Ländern zu unterstützen. Denn die Entwicklung eines Impfstoffes, der aufgrund fehlender Basisstrukturen nicht zugänglich gemacht werden kann, ist nutzlos. Dieses Ziel lässt sich allerdings nur mit einer reformierten Weltgesundheitsorganisation erreichen, die finanziell unabhängig ist. Hierzu muss der politische Einfluss privater Geldgeber beendet und die WHO mit öffentlichen Mitteln finanziert werden.“