Einflussnahme der Pharma- und Gesundheitsindustrie auf die Pandemiebekämpfung beenden

„Die Gefahren, die sich aus zukünftigen Pandemien und den gesundheitlichen Folgen der Klimakatastrophe ergeben, können nur durch Kooperation und internationale Solidarität überwunden werden. Doch die Bundesregierung blockiert im Interesse der Pharmaindustrie auch in der akuten Pandemie die Freigabe der Patente für Impfstoffe und die Weitergabe von technischem Wissen für deren Herstellung. Ich fordere die Bundesregierung auf, endlich verantwortungsvoll und solidarisch zu handeln und ihre Blockadehaltung gegenüber der Freigabe der Patente in der Welthandelsorganisation WTO aufzugeben. Denn das Sammeln von Daten hilft nur dann, wenn daraus dann auch Taten folgen“, erklärt Achim Kessler, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, anlässlich der Eröffnung des Pandemie-Frühwarnzentrums der Weltgesundheitsorganisation WHO in Berlin. Kessler weiter:


„Die Schaffung eines WHO-Pandemie-Frühwarnzentrums, das Daten zur Mensch- und Tiergesundheit, zu Klima, Mobilität und Umwelt erfassen soll, kann einen Beitrag zur globalen Pandemiebekämpfung leisten. Aber das gemeinsame Handeln darf sich nicht auf das Erfassen und Auswerten von Daten beschränken. Die WHO muss durch eine bessere öffentliche Finanzierung unabhängiger werden von den Interessen wirtschaftsnaher Stiftungen, die ihre Spenden zumeist an einen bestimmten Zweck binden. Außerdem muss die WHO institutionell gestärkt werden, damit sie ihre Aufgaben auch tatsächlich erfüllen kann. Die Einflussnahme der Pharma- und Gesundheitsindustrie muss beendet werden – in Deutschland und international.“