Geflüchteten umfassende gesundheitliche Versorgung garantieren!Erklärung zum Weltflüchtlingstag

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni erklärt Achim

Kessler, hessischer Bundestagsabgeordneter und

gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im

Bundestag:


„Die Zahl der Menschen, die ihre Heimat aufgrund von Krieg,

politischer Verfolgung und Armut verlassen mussten, ist im

vergangenen Jahr dramatisch gestiegen. 2019 waren fast 80

Millionen Menschen auf der Flucht, so viele Menschen wie nie

zuvor.“


Kessler weiter: „Angesichts der Geschichte hat Deutschland eine

besondere Verantwortung gegenüber Menschen, die aus ihrer

Heimat fliehen müssen. Dieser historischen, aber auch

humanitären Verantwortung gegenüber Geflüchteten und

Vertriebenen wird die Bundesregierung nicht gerecht. Menschen

werden aus Deutschland in Krisengebiete abgeschoben. Die

Lebensbedingungen der in Deutschland lebenden Geflüchteten

sind menschenunwürdig.


Gerade im Bereich der Gesundheitsversorgung wird deutlich,

dass Geflüchtete und Asylsuchende in unserem Land kaum

Rechte besitzen und als Menschen zweiter Klasse behandelt

werden. Sie erhalten in den ersten sechs Monaten lediglich eine

Notfallversorgung. Eine umfassende Versorgung erhalten selbst

chronisch kranke und traumatisierte Geflüchtete nicht.


Diese Unterversorgung wird in der gegenwärtigen Corona-

Pandemie besonders sichtbar. Geflüchtete in beengten

Sammelunterkünften sind einem erhöhten Ansteckungsrisiko

ausgesetzt. Dezentrale und individuelle Unterbringungen in

Wohnungen, Hotels und kommunalen Einrichtungen sind

dringend erforderlich. Ich fordere die Einführung eines

anonymen Krankenscheins zur Versorgung von Unversicherten

oder Illegalisierten. Die Behandlung Geflüchteter muss auf dem

Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenkassen erfolgen.“