Lesben und Schwule müssen vor Konversionsbehandlungen sicher sein

„Das Verbot von Konversionstherapien ist überfällig. Schließlich hat es nun ganze 30 Jahre gebraucht, bis Homosexualität offiziell als Krankheit gestrichen wurde. Noch immer nehmen Ewiggestrige für die Durchsetzung ihrer veralteten Moralvorstellungen massive Schäden an Körper, Geist und Seele bei anderen Menschen in Kauf. Der Staat muss dem mit dem Strafrecht Einhalt gebieten“, erklärt Achim Kessler, für die Fraktion DIE LINKE Obmann im Ausschuss für Gesundheit im Bundestag. Kessler weiter:


„Es macht Hoffnung, dass ein Minister der CDU diesen Schritt für mehr Respekt vor Vielfalt geht. Schließlich tut er das in Zeiten, in denen vielerorts, auch in den Unionsparteien, gesellschaftlicher Rückschritt zur Norm zu werden droht.

Doch damit ist der Weg zur Normalität von sexueller Vielfalt noch lange nicht zu Ende. Menschen mit unterschiedlicher sexueller Identität werden nach wie vor benachteiligt - gesellschaftlich ohnehin, aber auch rechtlich. Es wird ihnen schwergemacht, selbstbestimmt ein Familienmodell ihrer Wahl zu leben. Homofeindlichkeit erlebt in rechten, aber auch religiösen Gruppen geradezu eine unheilvolle Renaissance, ohne dass hier von politischer Seite ausreichend gegengesteuert wird. Das Verbot der Konversionsbehandlung ist ein guter Schritt, und ich hoffe, dass die weiteren Schritte ebenso in Kreisen der Unionsparteien mitgetragen werden.“