Reiches Hessen macht Arme ärmer

Wie das Statistische Bundesamt heute verlautbaren lässt, ist die Armutsgefährdungsquote in Hessen um 3,7 Prozent gestiegen. Demnach steigt in allen westlichen Bundesländern die relative Armutsgefährdung, während in den neuen Bundesländern die Quoten sinken. Damit ist das Flächenland neben Bremen Spitzenreiterin in Sachen Armutsgefährdung. Schuld daran trägt eine jahrzehntelange verfehlte Sozialpolitik, die sich nicht um die Armen schert, und nur die Reichen bedient. Statt inhaltsleerer Hochglanzprojekte brauchen wir echten Wandel und echte Sicherheit davor, nicht arm sein zu müssen. Wie kann es sein, dass im reichen Hessen die Armutsgefährdung mehr steigt als in allen anderen, teilweise ärmeren Bundesländern? Bereits die Zahlen zur Kinderarmut in Hessen waren besorgniserregend. Der entsprechenden Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge leben in Hessen derzeit 13,6 Prozent aller Kinder in Armut. Auch angesichts der Tatsache, dass andere Erhebungen armen Menschen eine frühere Sterblichkeit von etwa 10 Jahren attestieren, können wir hier nicht mehr wegschauen. Ich fordere eine Sozialpolitik, die die Probleme der ärmsten in unserer Gesellschaft ernst nimmt. Außerdem brauchen wir eine Mindestabsicherung für alle. Das heißt 13 Euro Mindestlohn, sofort!