Werben fürs Sterben auf dem Hessentag

Eigentlich ist die Stadt Bad Hersfeld für ihre Festspiele in der Stiftsruine bekannt, aber in diesem Jahr ist die nordhessische Kommune zusätzlich Gastgeber des Hessentags.

Neben „Shakespeare in Love“ bedeutet dies ein großes Schauspiel für die hessische Landesregierung und die Bundeswehr von Verteidigungsministerin von der Leyen. Denn neben den zahlreichen Essens- und Vergnügungsbuden wird auf dem Fest vor allem um neue Rekrutinnen und Rekruten geworben. Damit zeigen CDU und Grüne eine gruselige Vorstellung eines Volksfestes.


Die Präsenz der Bundeswehr ist auf dem Hessentag allgegenwärtig. Beim Schlendern über das Gelände fallen dem Besucher ein großes Festzelt und ein Ausstellungsareal mit Panzern und Kampfhubschraubern auf. Der hier zu sehende Kampfhubschrauber vom Typ Tiger ist im hessischen Fritzlar stationiert und wird von der Bundeswehr auch in Auslandseinsätzen genutzt. Im Jahr 2017 stürzte einer dieser Kampfhubschrauber in Mali ab. Die beiden Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

Werben fürs Sterben, mit Genehmigung der schwarz-grünen Landesregierung. Dabei wird der Hessentag unter dem Slogan „Hessentag in Bad Hersfeld – faszinierend lebendig“ angepriesen.


Krieg löst keine Konflikte, das sollten wir aus den Kriegen in Jugoslawien, Afghanistan, Mali und vielen mehr gelernt haben. Ein Fest darf nicht für die Militarisierung der Gesellschaft werben, Kriegsgerät ist kein Abenteuerspielplatz und Auslandseinsätze keine Vergnügungsfahrt. Ich möchte nicht, dass Soldaten schwer traumatisiert zu ihren Familien zurückkommen oder Kinder ohne einen Elternteil aufwachsen. Im Bundestag lehne ich jeden Auslandseinsatz und jede Mandatsverlängerung ab. Auch die Mitgliedschaft im Kriegsbündnis NATO und das Anwerben von Minderjährigen, auf die das Kriegsgerät eine anziehende Wirkung haben kann, betrachte ich mit großer Sorge.

Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt und gemeinsam mit dem Kreisverband DIE LINKE. Hersfeld-Rothenburg für eine Demonstration am Samstag aufgerufen, dazu unten mehr.


Neben unserem Protest gegen die Anwesenheit der Bundeswehr auf dem Hessentag, gab es eine weitere Protestaktion. Die Aktionsgruppe „Acker bleibt!“ warb am Kurpark unter dem Motto „Dinkel statt Dietz“ gegen den Bau eines Logistikzentrums in Neu-Eichberg. Die Gemeinde hatte seit längerem den Plan zum Bau eines Logistikzentrums auf einer landeseigenen Fläche zu bauen, doch es fehlte lange ein passender Investor. Seit letztem Jahr steht fest die Dietz AG möchte das Logistikcenter bauen. Doch Umwelt- und Naturschützer haben berechtigte Bedenken. Versiegelung von Ackerflächen, LKW-Lärm und die Veränderung des Landschaftsbildes durch die großen Hallen wird es de facto geben. Bei ihrer Protestaktion wurden sie durch den Kreisverband und Landtagsabgeordnete von DIE LINKE. Hessen unterstützt.

Der Hessentag zeigt mir erneut „etwas ist faul im Staate Hessen“.


Für Samstag, den 15.06., rufen DIE LINKE. Hessen und das Aktionsbündnis „Friedlicher Hessentag“ zur Demonstration auf.


Um 15 Uhr geht es vor der Rückseite des Bahnhofs in Bad Hersfeld los.


Das Aktionsbündnis "Friedlicher Hessentag" wendet sich gegen Militärwerbung auf Volksfesten und bei Minderjährigen. Wir stehen für gewaltfreie Konfliktlösungskultur und nehmen Art. 69 der Landesverfassung ernst: "Hessen verpflichtet sich zu Frieden, Freiheit, Völkerverständigung und zur Ächtung des Krieges".


Ich bin natürlich dabei und freue mich über jede Unterstützerin und jeden Unterstützer – für einen friedlichen Hessentag.