Zuzahlungen zur Heilmittelversorgung gehören abgeschafft!

„Die bestehenden Zuzahlungsregelungen im Heilmittelbereich mit einer Trennung von ‚Zuständigkeit‘ der Krankenkassen und einem ‚Bereich der Eigenverantwortung’ der Versicherten zu begründen, ist absurd. Denn Menschen, die eine Physiotherapie oder eine Ergotherapie von ihrem Arzt verordnet bekommen, haben einen entsprechenden Bedarf. Eigenverantwortung heißt hier, die Versicherten noch einmal zusätzlich zur Kasse zu bitten. Schlimmstenfalls werden sie durch die Zuzahlungen von einer notwendigen Behandlung abgehalten. Das muss aufhören“, erklärt Achim Kessler, Sprecher für Gesundheitsökonomie und Obmann im Ausschuss für Gesundheit der Fraktion DIE LINKE im Bundestag.


Kessler weiter: „Die Bundesregierung nennt die Zuzahlungsregelungen ‚sachgerecht’ und ‚ausbalanciert‘. Sie verweist auf die Belastungsgrenzen. Dadurch seien die Versicherten vor finanzieller Überforderung geschützt. Aber blicken wir der Realität ins Auge: Wenn die Einkommen niedrig sind, dann sind zwei Prozent des Bruttoeinkommens Geld, auf das die Menschen nicht einfach verzichten können.

668 Millionen Euro, die im Jahr 2018 (nach vorläufiger Schätzung) bundesweit an Zuzahlungen für Heilmittel gezahlt werden, wurden von den Versicherten alleine aufgebracht. Solange die Versicherten Zuzahlungen für notwendige Behandlungen leisten und ihre Brillen weiter selbst zahlen müssen, ist die Parität in der Finanzierung der GKV nicht eingelöst. Dass die Heilmittelerbringer besser vergütet werden, ist unbedingt notwendig, denn ihr Einkommen sind beschämend niedrig. Da in der Heilmittelversorgung die Zuzahlung der Versicherten an die Preisentwicklung gekoppelt ist, werden die finanziellen Belastungen für die Versicherten in den kommenden Jahren sogar noch steigen.


Wir fordern die Abschaffung der ungerechten Zuzahlungen in der Heilmittelversorgung. DIE LINKE setzt sich im Bundestag dafür ein, nicht nur die Zuzahlungen zu streichen, sondern das bisherige System der Kranken- und Pflegeversicherung durch eine Solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung zu ersetzen, in die alle einzahlen.“


Antworten der Bundesregierung zu meiner Kleinen Anfrage