Rede bei der Demonstration „Vereinte Therapeutinnen und Therapeuten“ am 9. März 2019 in Leipzig

Liebe Therapeutinnen und Therapeuten und alle, die heute für Verbesserungen der Heilmittelversorgung demonstrieren,

es ist wichtig, dass ihr euch zusammenschließt und dass ihr laut seid. Denn eure Stimme muss gehört werden.

Denn es geht um die faire Bezahlung in einem Beruf, in den ihr viel, sehr viel investiert habt und der euch viel abverlangt:

So viel Fachkompetenz, Einfühlungsvermögen und Engagement.

Und es ist beschämend, wenn Ihr in ambulanten Praxen gerade mal 2.100 € brutto bekommt.

Das ist ein Hungerlohn, der direkt in die Altersarmut führt. Das darf doch nicht sein!

Viele Therapeutinnen und Therapeuten verlassen deshalb ihren Beruf. Viele Praxen müssen schließen.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Damit muss Schluss sein!
Das Schulgeld von bis zu 20.000 Euro ist unsozial. Es schreckt junge Menschen davon ab, die gesellschaftlich so wichtigen Therapieberufe zu erlernen.

Und das in einer Situation, in der die therapeutischen Berufe immer wichtiger werden. In der Prävention, in der Akutversorgung und bei der Rehabilitation.
Und zwar sowohl bei der Versorgung der älteren Generationen als auch bei den Kindern.

Bei den Heilmitteln zeichnet sich ein Versorgungsnotstand ab, der genau so schlimm sein wird wie in der Pflege.

Das müssen wir mit vereinten Kräften verhindern!
Ich habe großen Respekt vor Eurem langen Atem und vor Eurem großen Engagement!

Ihr habt Gesundheitsminister Spahn dazu gezwungen, Euren Protest ernst zu nehmen.

Ich freue mich, dass meine Fraktion und ich mit Anfragen und Anträgen ein wenig dazu beitragen konnten.

Wir haben im Oktober 2018 in einem Antrag gefordert, die Vergütungen sofort und 30 Prozent zu erhöhen und sie bundesweit auf dem jeweils höchsten Niveau zu vereinheitlichen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen: Von dieser Forderung gehen wir keinen Schritt zurück!

Der Bundestag wird am nächsten Donnerstag die Vereinheitlichung der Vergütungen beschließen!

Wir freuen uns mit Euch über diesen Erfolg. Aber wir lassen uns damit nicht abspeisen. Im Gegenteil: Diese Freude spornt uns an, weiter zu kämpfen. Denn es ist noch viel zu tun!

Die Einkommen der Therapeutinnen und Therapeuten in den Praxen muss auf das Niveau in den Krankenhäusern erhöht werden. Das sind satte 1.000 Euro mehr! Mit weniger geben wir uns nicht zufrieden. Es muss gelten: gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Und das gilt, liebe Kolleginnen und Kollegen, auch für die Einkommensunterschiede in Ost und West! Damit muss endlich Schluss sein!Auch beim Blankorezept wird es eine Verbesserung geben. Aber wie weit das geht, ist noch völlig offen! Das Blankorezept darf nicht auf einige wenige Diagnosen beschränkt werden!

Und beim Direktzugang soll es in Zukunft noch nicht einmal mehr Modellprojekte geben. Damit dürfen wir uns im Interesse der Patientinnen und Patienten nicht abfinden!

Die Bundesregierung hat vollmundig angekündigt, das Schulgeld abzuschaffen. Passiert ist seitdem nichts. Aber viele angehende Therapeutinnen und Therapeuten schieben nach der Ankündigung ihre Ausbildung auf, um das Schulgeld zu sparen. Inzwischen sind viele Schulen von der Pleite bedroht.

Mit diesem Dilettantismus im Gesundheitsministerium muss endlich Schluss sein. Das Schulgeld gehört abgeschafft und damit basta!

Ich möchte Euch bitten, Euer Engagement für eine bessere Gesundheitsversorgung fortzusetzen.

Sprecht darüber mit Euren Patientinnen und Patienten.

Denn genau davor hat die Bundesregierung Angst!

So können wir aus der Opposition den Druck erhöhen!

In diesem Sinn wünsche ich Euch weiterhin viel Kraft!

Herzlichen Dank!

 

 

 

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