Problem nach Astrazeneca-Entscheid bleibt - Impfstoffproduktion durch Lizenzfreigaben erhöhen

Aktualisiert: März 18

"So richtig es war, den Zusammenhang von Astrazeneca-Impfstoffen und möglichen sehr seltenen Nebenwirkungen zu prüfen, so sehr lenkt es doch vom eigentlichen Problem ab: Wir haben immer noch viel zu wenig Impfstoffdosen insgesamt. Auch mit einem erneut geprüften und zugelassenen Astrazeneca-Impfstoff bleiben wir von wenigen monopolistischen Pharmakonzernen abhängig, die praktisch ohne Begründungen Vereinbarungen brechen können. Zur Erinnerung: Astrazeneca hatte seine vertraglich zugesicherten Lieferungen an Corona-Impfstoff mehrfach gekürzt. Statt 180 Millionen Dosen sollen im zweiten Quartal nur 70 Millionen an die EU-Staaten gehen“, kommentiert Achim Kessler, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die erneute Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur für eine Empfehlung des Corona-Impfstoffs der Firma Astrazeneca. Kessler weiter:


„Der Bundesgesundheitsminister und die ihm untergeordneten Behörden inszenieren sich als Garanten für Sicherheit, aber der dringend notwendige Schritt zur echten Erhöhung der Sicherheit aller wird ignoriert: Durch Lizenzfreigabe und Technologietransfer kann die Impfstoffproduktion weltweit massiv hochgefahren werden. Wenn die Herstellung des Kuchens weltweit ausgeweitet wird, bekommen auch die Menschen in Deutschland mehr davon ab. Ich plädiere auch dafür, die Prüfung der Zulassung des russischen Impfstoffs "Sputnik V" voranzutreiben. Dabei dürfen keine ideologischen Vorbehalte im Wege stehen. Wir sind in einem globalen Ausnahmezustand und müssen endlich alle vorhandenen Mittel zu dessen Beendigung anwenden."