Digitale Gesundheitsversorgung nicht den Interessen der Wirtschaft ausliefern

"Mit der Benennung eines Pharma-Managers Markus Guilherme Leyck Dieken zum Leiter der Gematik beweist Gesundheitsminister Spahn erneut, dass die Gesundheitspolitik für ihn die Fortführung der Wirtschaftspolitik mit anderen Mitteln ist. Es ist zu befürchten, dass die Interessen der Industrie bei der weiteren Ausgestaltung der digitalen Gesundheitsangebote an erster Stelle stehen und der Nutzen für die Patientinnen und Patienten und der Datenschutz nur als Hemmschuh wahrgenommen wird", erklärt Dr. Achim Kessler, Obmann im Ausschuss für Gesundheit für die Fraktion DIE LINKE.


Kessler weiter:

"Spahn hat jüngst erst die Kontrolle über die Betreibergesellschaft der Digitalisierung übernommen, die für die Ausgestaltung neuer digitaler Angebote in der gesetzlichen Krankenversicherung zuständig ist. Nun besetzt er den Chefposten mit einem Pharmamanager, der weder für Digitalisierung noch für Selbstverwaltung ein ausgewiesener Experte ist. Einmal mehr hält Spahn Wirtschaftsvertreter offenbar für die besseren Experten. Das Muster setzt sich fort, zum Beispiel bei der lobbyistenreichen Besetzung des Health Innovation Hub des Bundesgesundheitsministeriums. Ich fordere Jens Spahn und die gesamte Bundesregierung auf, auf die Benennung von Markus Guilherme Leyck Dieken zu verzichten."